Scharfe Äxte, schnelle Motorsägen, Muskeln, Späne - Timbersports

Die Schlossbrauerei lud ein – und mehr als 2 000 Besucher kamen, um den Wettkampf der Sportholzfäller zu verfolgen. Bereits kurz vor zwölf Uhr mittags waren die besten Plätze besetzt, zwei Stunden später mussten Besucher am Eingang abgewiesen werden.
Acht Sportler hatten sich für die Bayerischen Meisterschaften angekündigt, darunter auch der zweifache Europameister Dirk Braun und der deutsche Meister, Robert Ebner, aus Unterfranken. Die Atmosphäre erinnerte ein wenig an römische Kampfspiele, die Veranstalter hatten zu Beginn die passende Musik dazu ausgewählt, die Motorsägen standen chromblitzend bereit, die scharfen Äxte und Sägen hatten die Sportler noch verpackt in ihren Koffern. Moderator Dennis Hausmann führte gut gelaunt durchs Programm, Umbau- und Kehrpausen füllte er mit Fragen ans Publikum und manch lustigen Wettbewerb für Groß und Klein (Werbegeschenke der Firma Stihl inklusive), um die Wartezeiten zu verkürzen. Die erste Disziplin war die spektakulärste - „Springboard“, bei der die Sportler gegeneinander antreten und mit Hilfe zweier Trittbretter, den so genannten Springboards, in etwa drei Metern Höhe einen Holzblock mit 27 Zentimetern Durchmesser durchschlagen müssen. Kraft und Geschicklichkeit, außerdem jede Menge Technik waren hier gefragt. Von Beginn an feuerten die Zuschauer die Sportler an, selbst wenn einer der Edelholzfäller mehr als doppelt so lange für diese Disziplin brauchte, wurde er bis zum Ende von rhythmischem Klatschen begleitet und mit lautem Beifall für seine Leistung belohnt. Besonders gespannt wartete das Publikum auch auf die Disziplin „Hot Saw“, bei der mit getunten Motorsägen von einem waagrecht verankerten Holzblock drei vollständige Scheiben innerhalb einer 15- Zentimeter-Marke abgesägt werden müssen.Dabei bewegt sich die Kette der Motorsäge mit einer Geschwindigkeit bis zu 240 Stundenkilometern. Ganz heiß waren die Buben unter den Zuschauern auf die abgesägten Holzscheiben; rollten sie von der Bühne, waren sie in Kürze wieder weg; später ließen sie sich noch Autogramme und das Firmenlogo auf die „Cookies“ sprühen. Johannes Rauchenecker, Chef der Hohenthanner Schlossbrauerei und Initiator der Veranstaltung, stellte in einer der Umbaupausen seine neue altbayerische Bierspezialität „Holzhacker Hefeweissbier, dunkel“ vor. Dieses gab es dann auch für besonders Mutige, die bei Fragen und sogar Sägewettbewerben mitmachten, im Drei-Liter-Weißbierstiefel zu gewinnen. Die Firma Landtechnik Lang stellte sich vor, sie hatte eine Holzfäller-Modenschau vorbereitet und war mit blitzenden Traktoren vor Ort. Auch die„Autowelt“ Dietzinger aus Landshut/Vilsbiburg stellte ihre Modelle aus. Beeindruckend waren in den Wettbewerben immer wieder die Kraft und Geschicklichkeit, die die Sportholzfäller beweisen mussten. In der Disziplin „Single Buck“ kam es darüber hinaus auf absolute Präzision an, wenn die zwei Meter lange Einmann-Handzugsäge durch einen 46 Zentimeter großen Holzblock getrieben werden musste. Dabei konnte man gut die verschiedenen Techniken der Sportler beobachten und auch das unterschiedliche Verhalten der Holzstämme. Für diesen Wettbewerb hatte man Pappelholz gewählt. Dieses Holz sei, erklärte der deutsche Meister Robert Ebner im Interview, aber nicht ganz ideal, denn die Bäume würden große Mengen an Mineralstoffen einlagern und damit die Schneiden sehr schnell stumpf machen. In den großen Wettbewerben würden amerikanische, weichere Holzarten verwendet, auf die die dort verwendeten Sägen und Äxte ausgerichtet seien. Er trainiere vor Wettkämpfen vier- bis fünfmal pro Woche, aber auch regelmäßiges Krafttrainig sei wichtig. Heuer fliege er zu den US-Open, um sich mit den Profis aus aller Welt zu messen. Selber sei er von Beruf Forstwirt in Unterfranken, kein Profi. Begeistert zeigt er sich von der Atmosphäre und der großen Zahl der Zuschauer. Neben Peter Bauer, Matthias Weiner, Steffen Graf, Stefan Stark, Matthias Thoma, Wolfgang Kraus und Dirk Braun siegte Robert Ebner bei fünf von sechs Disziplinen, so dass er zum Schluss Bayerischer Meister wurde. Die Zuschauer, die bis zum Schluss ausgeharrt hatten, belohnten die Sportholzfäller mit kräftigem Applaus.-sg-