25. August 2011

Liebes Tagebuch,

oh Backe, heute war echt was los. Und dabei begann der Tag relativ gemütlich…

Morgens lag ich – etwas erhitzt ok – aber eigentlich ganz entspannt in meinem Sudkessel. Aber irgendwie war so eine ungewisse Anspannung bei meinem Braumeister erkennbar. Gegen Nachmittag wurde diese immer merklicher und es schien sich etwas anzubahnen. Als dann gegen 17 Uhr zahlreiche unbekannte Stimmen sich meinem Zuhause näherten wurde mir klar, dass dies vermutlich ein bedeutendes Ereignis ankündigte.

Mit überschäumender Vorfreude begrüsste ich daher meine Gäste. Wow, da waren tatsächlich angesehene Persönlichkeiten dabei. Naja ehrlich gesagt, am meisten war ich von der königlichen Hoheit entzückt. Eine echte Hopfenkönigin, nur wegen mir, unglaublich!

Nachdem ich meine Vorfreude wieder etwas zügeln konnte lauschte ich gespannt den Worten des Braumeisters. Dem Anschein nach werde ich eine echte Spezialität: ein stark gehopftes Pils mit ganz besonderem Aroma – ein echtes Schmankerl aus der Hallertau

… da fühle ich mich gleich noch besser…

Und sogleich sah ich auch schon die ersten Hopfendolden auf mich nieder prasseln. Frisch gepflückt - lecker!!! Also, da muss ich schon sagen, dass diese Sorte mit Bedacht gewählt wurde. Du liebe Güte, dieser spezielle Hopfen (heißt scheinbar: Hallertauer Mittelfrüh) bekommt mir wirklich vorzüglich. Vor lauter Freude über mein herrliches Aroma gab ich gleich noch einmal ein paar Blubber ab.

Gegen Ende des Tages war dann auch die komplette Hopfengabe erfolgt und ich konnte meine wohlverdiente Ruhe wieder genießen. Die Hopfendolden haben sich mittlerweile gut vermischt und so ist es Zeit ein kleines Päuschen einzulegen.

Dein Hallertauer Hopfen Pils

28. August 2011

Liebes Tagebuch,

puh, bin ich noch geschafft…

Das war ein Wochenende!!!

Etwas Zeit hat es schon noch gedauert, bis sich die leckeren Hopfendolden mit meinem Malzaroma vermischt hatten. Schließlich waren es ja jede Menge Dolden, ich denke so an die 80 kg sollten es schon gewesen sein. Mein Braumeister erzählte mir irgendetwas von 50 Reben.

Da kam mir die anstehende Abkühlung ganz recht gelegen. Von anfänglicher Kochtemperatur wurde ich für die nun folgende Gärung auf unter 10 Grad Celsius abgekühlt. Eine wahre Wohltat!

Viel Zeit zum Verschnaufen blieb mir allerdings nicht. Schließlich fehlte mir ja noch eine entscheidende Zutat. Derzeit galt ich noch als „Würze“ und erst mit der Zugabe von Hefe werde ich ein echtes Bier. Sodann kam dann auch schon wieder mein Braumeister und schenke mir eine kräftige Portion Hefe in den Bottich.

Meine Güte und dann ging es richtig rund. Die Hefezellen machten sich gleich mal an meinen restlichen Zucker ran, um für Alkohol und Kohlensäure zu sorgen. Und so brodelte und arbeitete es das ganze Wochenende in mir herum. Ein Besuch von Brauer Karl, der ganz zärtlich einen Hahn öffnete und eine kleine Probe von mir entnahm, zeigte, dass ich mittlerweile eine Stammwürze von gut 6 % habe. Der richtige Weg für ein erstklassiges Bier.

Dein Hallertauer Hopfen Pils

Jungbier nach 24 Stunden
Brauer Karl beim Spindeln

30. August 2011

Liebes Tagebuch,

zum Glück finde ich kurz Zeit, um Dir zu schreiben. Im Moment geht es ganz schön rund und ich fühle mich im wahrsten Sinne des Wortes „geschlaucht“. Dies ist ein typischer Vorgang beim Brauen und bezeichnet meinen Weg vom Gärkeller in den Lagerkeller. Etwas Bammel habe ich schon jedes Mal, wenn ich durch den engen Schlauch muss. Aber bin ich erst mal drin, genieße ich die Rutschpartie in vollen Zügen.

Im Lagerkeller angekommen wurde ich für die anstrengende Reise noch einmal mit einer kräftigen Portion des leckeren Hallertauer Mittelfrüh Hopfens (der übrigens exklusiv vom Weingarthof in Miesling angeliefert wurde) belohnt. Den Hopfen brauche ich grundsätzlich für drei Dringe: zum Einen garantiert er eine gewisse Schaumqualität, wenn ich mich dann einmal richtig schön im Glas präsentieren darf. Zum Anderen verlängert er meine Haltbarkeit und sorgt somit für eine qualitative Stabilität. Und wie immer kommt das Beste zum Schluss, denn mit dem Hopfen entsteht mein ganz besonderes Aroma. Während die ersten beiden Eigenschaften hauptsächlich noch im Sudhaus zum Tragen gekommen sind, bildet sich mein ausgeprägtes Hopfenaroma gerade durch diese letzte Hopfengabe im Lagerkeller.

Meine Braumeister, die mich ja täglich mehrmals besuchen, haben bei mir einen derzeitigen Restextrakt von rund 4,5 % festgestellt, dies lässt alles auf eine hervorragende Spezialität hoffen. Und damit ich auch wirklich zum einen echten Schmankerl heran reife, gönne ich mir jetzt noch etwas Ruhe.

Dein Hallertauer Hopfen Pils

20. September 2011

Liebes Tagebuch,

ups, jetzt habe ich mich aber wirklich lange nicht mehr gemeldet!!!

So eine Gärung kann einen ganz schön mitnehmen. Allerdings ist zum Glück mittlerweile meine ganze Hefe auf dem Boden abgesunken. Dies ist eine Besonderheit, da ich als Pils zu den untergärigen Bieren gehöre und nicht obergärige Hefe bekommen, wie beispielsweise ein Weißbier.

Daher wurde es auch langsam Zeit, dass meine Braumeister zum „Zwickeln“ kommen. Tja, eine spannende Angelegenheit, denn hier werden zum ersten Mal meine Aromastoffe und meine allgemeine Beschaffenheit (zum Beispiel wie spritzig, dass ich bin) erkennbar.

Naja, da ist es kaum verwunderlich, dass für eine Rarität – wie ich es bin – sogar der Bürgermeister von Hohenthann höchst persönlich Hand anlegen durfte. So hat sich auch Herr Dreier von meinem hervorragenden Zustand überzeugen können.

Angeblich soll ich der echte Wahnsinn sein, was mich durchaus vor Stolz fast erröten lässt. Meine Bittere ist aufgrund der ausgewöhnlichen Hopfenmenge intensiv und besonders im Nachtrunk kommt der Hallertauer Mittelfrüh in seiner ganzen Pracht zur Wirkung. Vom Geruch her, soll ebenfalls meine intensive Hopfennote die Naserl verzaubern und ich komme wohl ungeheuer rein und angenehm rüber. Tja, eine Spezialität halt!!!

Der Restextrakt liegt bei guten 2 %, das heißt, nächste Woche werde ich filtriert und in Flaschen abgefüllt. Hierauf freue ich mich mittlerweile wirklich. Für den großen Akt der Filtration und Abfüllung gönne ich mir jetzt allerdings noch a bisserl Ruhe.

Also bis demnächst

Dein Hallertauer Hopfen Pils

 
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